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Am 22.07.2014 wurde der Vorbericht des IQWiG zur Nutzenbewertung der CGM Geräte veröffentlich. Positiv ist, dass das IQWiG, welches Studien nach sehr strengen Kriterien auswertet, den Nutzten für eine gemeinsame Betrachtung von HA1C Wert und schweren Hypoglykämien für belegt erachtet. Die Einschätzung des IQWiG zur CGM ist damit sogar positiver als die der Deutschen Diabetes Gesellschaft in dem Addendum zur S3 Leitlinie zur Therapie des Diabetes mellitus Typ 1.

Der Vorbericht kann im Internet abgerufen werden.

Momentan finden ein Stellungnahmeverfahren zu dem Vorbericht statt, an dem sich jedermann noch bis zum 18.08.2014 beteiligen kann.

Nach dem schriftlichen Stellungnahmeverfahren wird eine mündliche Erörterung bei dem IQWiG in Köln stattfinden. Erst danach wird der Bericht des IQWiG fertiggestellt und dem G-BA übermittelt.

Auf die aktuellen Leistungentscheidungen der Krankenkassen dürfte der Bericht des IQWiG jedoch vermutlich kaum Auswirkungen haben, da der Nutzen erst durch den endgültigen Beschluss des G-BA festgestellt werden wird. Das kann jedoch noch eine Weile andauern, nach meinen Schätzungen ist mit einem Beschluss nicht vor 2016.

Es stellt sich jetzt also die widersprüchliche Situation, dass nach strengen Maßstäben ausgewertete Studien dafür sprechen, dass ein Diabetiker mit einem CGM seine Blutzuckereinstellung gemessen am HbA1C Wert zwar verbessern kann und schwere Hypoglykämien verhindern kann, aus Kassensicht aber dennoch auf den G-BA Beschluss gewertet werden muss. Bis dieser vorliegt, werden Diabetiker, die ein CGM beantragen aller Voraussicht seitens der Kassen weiterhin auf die Inanspruchnahme von Fremdhilfe, Rehamaßnahmen und weiteren häufig ungeeigneten sowie kostspielige und/oder unzumutbare Maßnahmen verwiesen werden.

Hinsichtlich des Meinungsstreits, ob mit CGM Geräten jetzt eine neuartige Diabetesbehandlung erfolgt oder ob es sich um ein reguläres Hilfsmittel handelt, spricht der IQWiG Bericht m. E. eine deutliche Sprache für Letzteres.