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Erfreulicherweise kommt jetzt auch das IQWiG auch in seinem Abschlussbericht zur Bewertung der CGM Geräte zu der Feststellung, dass CGM Geräte einen gegenüber der alleinige BZ-Messung einen Zusatznutzen haben. Dies gilt zumindest für die gemeinsame Betrachtung von schweren bzw. schwerwiegenden Hypoglykämien und dem HbA1C Wert.

Bei Diabetikern, die CGM Geräte u. U. schon seit etlichen Jahren auf eigene Kosten finanzieren müssen oder zu den Glücklichen gehören, denen eine CGM von der Krankenkasse finanziert wird, ist dieses Tatsache bereits Langem bekannt.

Ein Ende der Antragstortur ist damit jedoch nicht in Sicht. So sind CGM Geräte, ausgehend von der Rechtsauffassung der Krankenkassen und des G-BA, wonach CGM eine neue Diabetesbehandlung darstellen soll, trotz Zusatznutzens weiterhin von der Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse im ambulanten Bereich ausgeschlossen. Erst nach einem entsprechend positiven Beschluss des G-BA kann ein CGM auch offiziell zulasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnet werden. In der Praxis dürften allerdings die Genehmigungen weiter zunehmen. Nach welchen Kriterien hier entscheiden wird, ist jedoch meist nicht nachvollziehbar.

Für Juli 2015 wird außerdem die Entscheidung des Bundessozialgerichts erwartet, ob CGM Geräte rechtlich als reguläre Hilfsmittel wie z. B. eine Insulinpumpe einzuordnen sind oder ob mit CGM Geräten gar eine neue Diabetesbehandlungsmethode durchgeführt wird.

Aus Patientensicht ist die Einordnung als reguläres Hilfsmittel von Vorteil, denn Hilfsmittel müssen grundsätzlich nicht zunächst ein langjähriges Methodenbewertungsverfahren bei dem G-BA durchlaufen, sondern sind umgehend von der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung umfasst. Freilich kann dennoch darüber gestritten werden, ob ein CGM im Einzelfall erforderlich ist.

Werden CGM Geräte hingegen als neue Diabetesbehandlungsmethode qualifiziert, so müssen konsequenterweise auch weitere neue Messgeräte wie z. B. der Freestyle Libre als neue Diabetesbehandlungsmethode qualifiziert werden und bedürfen zunächst einer umfangreichen Methodenbewertung durch den G-BA. Selbst Bolusrechner oder Geräte zur Ketonmessung im Blut dürften nach dieser Rechtsauffassung als neue Diabetesbehandlungsmethoden zu qualifizieren sein.

Bedenken bestehen auch unabhängig von der rechtlichen Einordnung der CGM Geräte, an den hohen Hürden, die zu überwinden sind, um Zugang zu dem Hilfsmittel zu erlangen. Dass für ein CGM z. B. erst „gehäufte schwere Hypoglykämien mit Fremdhilfe“ nachgewiesen werden sollen, ist überzogen und unverhältnismäßig.

Der Abschlussbericht des IQWiG kann hier abgerufen werden.